KI ist gekommen, um zu bleiben…

Und sie verändert die Welt in einem rasanten Tempo.

Ein paar (nicht allumfassende) Gedanken und Beobachtungen dazu…

Kaum ein Tag ohne Nachrichten und Neuigkeiten zu diesem Thema, beispielhaft sei es im Rahmen der E-Mobilität, autonomes Fahren oder den Einsatz allgegenwärtiger generativer KI von OpenAI (ChatGPT), Mistral (Mistral AI) oder Google (Gemini).

KI-AssistentAlle wichtigen HR-Messen thematisieren den KI-Einfluss auf Organisationen, Abläufe und die Belegschaft. Das Thema Digitalisierung erfordert eine Armada an spezialisierten Fachkräften im Bereich IT, Automatisierung, maschinelles Lernen, Mobilität, Robotik usw., um die digitale Transformation durchzuführen.

Der Bedarf an KI-Spezialisten und Spezialistinnen, die technische Ausbildungen rund um z.B. Data Science oder Machine Learning haben, wächst immer mehr.

Nicht nur die IT-Landschaft in Unternehmen verändert sich im Rahmen der voranschreitenden Digitalisierung, mit der Folge, dass „klassische“ Stellen leider bereits heute und in Zukunft sogar vermehrt wegfallen oder „umgewidmet“ werden, sofern möglich. Was passiert aber mit den Legacy-Technologien, die man nicht von heute auf morgen umstellen kann? Diese müssen auch noch gepflegt und gewartet werden. Dieses Know-how darf man nicht „ziehen lassen“, es ist oft unersetzbar.


Junger Informatiker programmiert künstliche IntelligenzJüngere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wollen sich oft mit weniger „State of the Art“ Themen nicht mehr befassen. Die junge Generation, die „Digital Natives“, wächst mit KI auf, sie sehen nach vorn in Richtung Innovation. Ein Blick zurück auf veraltete Technologien, die aber noch im Einsatz sind, wird sehr selten sein.

Die ältere Generation muss sich allerdings auch dem Neuen gegenüber offen zeigen.

Ein „weiter so“ wird es nicht mehr geben. KI ist gekommen, um zu bleiben.

Daran sollten Arbeitgeber und die HR-Abteilungen auch im Rahmen der Rekrutierung neuer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen denken und manche Anforderungen und Rahmenbedingungen überdenken, die oft als „Flaschenhals“ dazu führen, dass Bewerbungen reduziert oder gar nicht eingehen.

Auf der anderen Seite werden kontinuierliche Weiterbildungen für alle, nicht nur in der IT, ein Muss, um am Ball zu bleiben. Auch hier hilft die KI, personalisierte Lerninhalte zu generieren.

Die Kehrseite der KI-Expansion führt auch dazu, dass der Bedarf an Sicherheitsmaßnahmen gegen KI-gesteuerte Cyberangriffe in Unternehmen wächst. Hoch qualifizierte Cyber Security Spezialisten und Spezialistinnen wehren intelligente Eingriffe ab unter Abwägung der Gefährdung und des Risikos. Sie werden allgegenwärtig benötigt, sie sind heute schon ein „rares Gut“.

Und jetzt auch mal der vorsichtige Blick, auch aus Beratersicht

KI als Chance versus „Geister, die ich rief“– oder nennen wir sie „gute KI“ versus „böse KI“

Definitiv ist die KI positiv zu werten, da sie aufgrund der Automatisierung von Abläufen bis zu einem gewissen Grad hilft, in einigen Bereichen den Fachkräftemangel auszugleichen: u.a. können Geräte von Roboter gesteuert, Routineaufgaben durch KI aufgefangen, Marketingbotschaften automatisiert werden, Chatbots übernehmen den ersten Kontakt, nicht nur auf Homepages, auch in Empfangsbereichen am Monitor, Lernbots können im Schulungsumfeld eingesetzt werden.

Im Bereich Personal und Active Sourcing werden aufgrund von KI-generierten Suchstrings Ergebnisse angezeigt und ausgewertet und es werden bereits Kontaktaufnahmen über soziale Portale und Stellenbörsen durch generierte Anschreiben gesandt. Chatbots führen auch oft die ersten Kontaktgespräche.

Was ist aber mit der „bösen KI“?

Auf die Gefahr des Datenschutzes und von Urheberrechtsverletzungen durch KI-generierte Textvorschläge gehe ich hier gar nicht im Detail ein, sie ist da und muss geregelt werden. Sie schadet den Autoren und Autorinnen. Es ist ihr geistiges Eigentum, das geschützt werden muss!

Was ist mit Bots, die absichtliche Falschnachrichten en masse im Internet verbreiten und Stimmung und Hetze verursachen?

Was ist mit KI-generierten Deepfakes, sog. „Social-engineering-Angriffen“, mit manipulierten Bildern und Stimmen von bekannten Persönlichkeiten? In Fake-Videonachrichten oder mittels Robocalls, werden mit gezielter, absichtlicher und böswilliger Desinformation Unsicherheit und nicht nur finanzieller Schaden angerichtet – im privaten Leben, in der Politik oder in der Wirtschaft.

Was ist mit animierten Chatbots oder Videos auf Homepages zur Gewinnung von Personal: was, wenn diese gehackt und die Botschaften der Unternehmen böswillig zur Marktschädigung verfälscht werden? Dies hat eklatante Folgen für das Image, die Marktpositionierung und auch das bestehende Personal.

Und man mag sich die Gefahren und Folgen gar nicht vorstellen, wenn Fahrzeuge oder Anlagen und Roboter KI-ferngesteuert Schaden am Menschen anrichten.

Deep Fake bis IdentitätsdiebstahlDamit wären wir wieder beim enormen Bedarf an Cyber Security Spezialisten und Spezialistinnen. Auch Sie haben KI-Know-how, um KI-generierte Penetrationen von Systemen zu erkennen und diese Gefahren täglich abzuwehren.

Solange die komplexen Cyber Sicherheitsmaßnahmen in puncto Produkte und IT-Infrastruktur greifen, kann man die „böse KI“ abwehren und sich auf die „gute KI“ konzentrieren und Innovationen, die uns zugutekommen, weiterentwickeln.

Das negative Szenario und die Folgen wollen wir hier jetzt nicht weiter beleuchten, es wäre ein sehr kritisches Thema für die nächsten Gedanken…

 

Über Nora Haring

Nora Schulz-Haring ist Gesellschafterin und Senior Consultant bei der SHH Personalberatung OHG, Partner der EXECUTIVE SERVICES GROUP in Karlsruhe. Seit 2001 ist sie verantwortlich für die Besetzung von Führungskräften und IT-Spezialisten. Seit ihrer Ausbildung zum Coach an der Berater-Akademie RKW Baden-Württemberg ist sie auch die Ansprechpartnerin im Bereich individuelles Coaching. Aufgrund kontinuierlicher persönlicher Weiterbildung, Teilnahme an HR-Fachmessen und Seminaren u.a. zum Thema New Work bei der Haufe Akademie und jahrelangen Geschäftsbeziehungen zu IT-Unternehmen, die erfolgreich erforderliche Transformationen in der Führungsmethodik und den Entwicklungsprozessen sowie der Gestaltung der Arbeitsumgebung eingeführt haben, fungiert Frau Schulz-Haring auch zu diesem wichtigen Thema rund um den Kulturwandel in der Arbeitswelt als kompetente Ansprechpartnerin und Impulsgeberin für den Bereich Personalentwicklung. Alle Beiträge von Nora Haring anschauen →