Ingenieure – EXECUTIVE SERVICES GROUP https://www.esgroup.de Wed, 11 Feb 2026 15:28:54 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.1 https://www.esgroup.de/wp-content/uploads/2024/06/Favicon.png Ingenieure – EXECUTIVE SERVICES GROUP https://www.esgroup.de 32 32 Maschinenbau am Wendepunkt https://www.esgroup.de/blog/maschinenbau-am-wendepunkt/ Wed, 11 Feb 2026 13:00:15 +0000 https://www.esgroup.de/?p=245133

Unter Druck gewachsen: Warum der Maschinenbau gerade jetzt seinen Charakter zeigt

Der deutsche Maschinenbau – das Rückgrat unserer industriellen Wertschöpfung – steht 2025/2026 an einem Wendepunkt. Vieles bewegt sich gleichzeitig: Märkte, Technologien, Erwartungen. Und mittendrin der Mittelstand, der sich oft pragmatischer und stabiler zeigt, als man von außen vermutet.
Wer in diesen Monaten durch Produktionshallen läuft oder in den Besprechungsräumen mit Entscheiderinnen und Entscheidern spricht, spürt schnell: Es ist eine Zeit, die fordert. Aber auch eine Zeit, in der viel Klarheit entsteht. Eine Zeit, in der Unternehmen bewusst zwischen „abwarten“ und „gestalten“ wählen.

Zwischen Druck und der Frage:

Wie machen wir weiter?

Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Produktion und Auftragseingänge sind in den letzten Monaten spürbar zurückgegangen. Gleichzeitig versuchen viele Unternehmen, ihre Belegschaften zu halten und Stabilität zu bewahren. Das ist nicht selbstverständlich. Es zeigt:
Hier sind Menschen am Werk, die langfristig denken – und Verantwortung ernst nehmen.

Gleichzeitig bleibt ein leiser Optimismus: Die Prognosen für 2026 lassen eine moderate Erholung erwarten. Nicht als Wendepunkt mit großem Knall und Konfetti. Eher als allmähliches Zurückfinden in planbarere Zeiten.

Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem sich die richtigen Fragen stellen lassen.

Herausforderungen, die man kennt – und täglich spürt

Der Maschinenbau-Mittelstand kennt seine Herausforderungen längst. Sie stehen nicht plötzlich vor der Tür. Sie sind Teil des Alltags:

  • Fachkräftemangel, der nicht mehr nur eine Zahl ist, sondern Teams konkret trifft.
  • Steigende Kosten, die Entscheidungen vorsichtiger machen.
  • Digitalisierung, die gleichzeitig Chance und zusätzlicher Arbeitsberg ist.

Wenn Unternehmen berichten, dass ihnen die Zeit fehlt, Projekte sauber zu planen oder strategisch weiterzudenken, wirkt das nicht wie ein Zeichen von Schwäche. Es ist ein realistisches Bild einer Branche, die viel gleichzeitig balanciert.

Führung im Maschinenbau:

Zwischen Ruhe bewahren und Wandel steuern

Es fällt auf, wie viel heute von Führungskräften erwartet wird: Orientierung geben, Digitalisierung verstehen, Teams mitnehmen, eine neue Arbeitskultur prägen.

Und trotz all dieser Anforderungen begegnet man im Mittelstand häufig einer bemerkenswerten Haltung: „Wir machen Das Schritt für Schritt. Aber wir machen es.“

Das ist vielleicht die größte Stärke des Maschinenbaus:
Wandel wird nicht als Event verstanden, sondern als kontinuierliche Weiterentwicklung.

Digitalisierung – kein großes Projekt, sondern viele kleine Schritte

In vielen Gesprächen wird deutlich: Digitalisierung passiert. Mal bewusst geplant, mal eher beiläufig. Mal aus Begeisterung, mal aus Notwendigkeit. Wichtig ist: Sie geschieht.
Predictive-Maintenance-Modelle, datenbasierte Services und Automatisierung sind längst angekommen – nicht überall gleich tief, aber überall relevant.
Und auch wenn wirtschaftliche Unsicherheit herrscht, investieren rund 80 % der Unternehmen weiterhin in diesen Bereich. Das zeigt: Digitalisierung wird nicht mehr als Trend wahrgenommen, sondern als Basis künftiger Wettbewerbsfähigkeit.

Warum Personalberatung hier ein sinnvoller Partner sein kann.

Was vielen Unternehmen fehlt, sind nicht Ideen oder Ambitionen – sondern Menschen, die beides in die Umsetzung bringen können.
Das Tagesgeschäft lässt wenig Raum für die Suche nach Führungspersönlichkeiten, Spezialistinnen und Spezialisten oder Talenten, die die digitale Transformation mittragen.
Und genau an diesem Punkt kann eine Personalberatung unterstützen:

  • indem sie Menschen anspricht, die nicht aktiv suchen, aber offen für den richtigen Schritt sind,
  • indem sie Profile erkennt, die Technik, Führung und Veränderungsfähigkeit vereinen,
  • und indem sie Entlastung schafft, wo Unternehmen ohnehin stark gefordert sind.

Nicht als laute Lösung. Sondern als partnerschaftliche Ergänzung. Genau dafür stehen wir, die Partner der EXECUTIVE SERVICES GROUP. Sprechen Sie uns einfach direkt und unverbindlich an; gerne kommen wir mit Ihnen ins Gespräch. Ihre Ansprechpartner mit vertieften Branchenkenntnissen im Maschinenbau finden Sie hier: https://www.esgroup.de/branchen/personalberatung-maschinenbau/#ansprechpartner

FAZIT – Ein Ausblick ohne Glamour – aber mit Perspektive

Der Maschinenbau wird die nächsten Jahre weiter gefordert sein. Doch gerade jetzt entstehen Räume für bewusste Entscheidungen:
Wo wollen wir investieren?
Welche Kompetenzen brauchen wir?
Wie soll Führung in Zukunft aussehen?
Es müssen nicht die großen, radikalen Schritte sein.
Oft reicht ein klarer Impuls – und die richtigen Menschen an den entscheidenden Stellen –, um Stabilität, Orientierung und Richtung zu geben.
Und genau das ist der Kern:
Auch im Wandel bleibt der Maschinenbau eine Branche, die Verantwortung lebt und Zukunft gestaltet.
Nur eben Schritt für Schritt – und mit den Menschen, die diesen Weg tragen.

Quellen:

[X]  Grant Thornton (2026): Maschinenbau im Wandel – Aktuelle Trends und zentrale Herausforderungen. Rückgang von Produktion und Auftragseingängen. [grantthornton.de]

[X]  VDMA (2025): Jahresbilanz im Maschinen- und Anlagenbau. Maßnahmen wie Kurzarbeit, Stabilisierung der Belegschaften. [fertigungstechnik.de]

[X]  ifo Institut (2025/2026): Konjunkturprognosen für Deutschland. Erwartete moderate Erholung der Wirtschaft ab 2026. [ifo.de]

[X]  Editorialge (2025): 10 Zukunftstrends im deutschen Maschinenbau 2025. Prognose Fachkräftemangel (178.000 fehlende Beschäftigte). [de.editorialge.com]

[X]  Digital Engineering Magazin / it’s OWL (2025): Experteneinschätzungen von Günter Korder zu Nachwuchsmangel, F&E-Engpässen und strukturellen Herausforderungen. [digital-en…magazin.de]

[X]  PwC Maschinenbau-Barometer (2025): Einschätzung steigender Kosten – 86 % der Unternehmen betroffen. [pwc.de]

[X]  Mittelstand Heute (2025): Maschinenbau 2025 – 4 Top-Trends und Herausforderungen. Defizite bei Prozessdigitalisierung und Datenverfügbarkeit. [mittelstan…-heute.com]

[X]  Produktion.de / Atreus (2025): Aussagen und Einschätzungen zu Digitalisierung, Predictive Maintenance und Machine-as-a-Service. [produktion.de]

[X]  isap / Digitalisierung im Maschinenbau (2025): Investitionsverhalten (80 % investieren unverändert), Digitalisierungsschwerpunkte. [blog.isap.de]

[X]  Leader Magazin (2025): Leadership Trends. Bedeutung von empathischer, moderner Führung & psychologischer Sicherheit. [leadermagazin.de]

[X]  VDMA / McKinsey (2025): Wettbewerbsfähigkeit in einer neuen Ära. Bedeutung von operativer Exzellenz, Kostenstrukturen und Zukunftsinvestitionen. [mckinsey.com]

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„Wanted“ – Elektroingenieure-dringend-gesucht! https://www.esgroup.de/blog/elektroingenieure-dringend-gesucht/ Wed, 22 Nov 2023 10:56:03 +0000 https://www.esgroup.de/?p=5714 Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat im April 2023 ermittelt, dass rund 308.400 Arbeitskräfte in der MINT-Branche fehlen. Während die Problematik im Bereich der IT bereits seit vielen Jahren lang und breit diskutiert wird, ist kaum jemandem bekannt, dass in den Energie- und Elektroberufen noch deutlich mehr Fachpersonal fehlt. Mit 88.600 offenen Stellen liegt der Bedarf um etwa 75% höher als in der IT. Und das will wahrlich etwas heißen!
Grund genug für die EPP (Fachportal und Fachzeitschrift der Elektronikfertigung), das Thema auf der diesjährigen productronica im Rahmen eines Messetalks aufzugreifen. Als langjährig erfahrene Personalberatung für die Elektronik-Branche war ich eingeladen, mit Stefan Wirth (GF von wirth + partner) und Martin Hieber (Vorstand Technik und Netzwerke im VDE Verband) über die aktuellen Herausforderungen zu diskutieren und darüber, welche Lösungsansätze es gibt, mit dem Fachkräftemangel umzugehen.
Die Aufzeichnung des Talks finden Sie hier:

productronica 2023 / Messetalk zum Fachkräftemangel

Lösung durch Automatisierung und KI?

Interessant war in diesem Zusammenhang die Frage, wie sich das Hype-Thema KI speziell auf den Arbeitsmarkt für Elektroingenieure auswirkt. Kann man hoch qualifiziertes Personal in größerem Umfang einsparen aufgrund der Arbeitserleichterungen, Automatismen und der rasanten Informationsbeschaffung und -aufbereitung, die KI ermöglicht? Oder benötigt man stattdessen eher noch mehr Elektroingenieure, um intelligente Sensorik oder KI-geeignete, innovative Schaltungen zu entwickeln?

Die Abschätzung ist tatsächlich schwierig, denn was heute noch unvorstellbar ist, kann nächsten Monat bereits umgesetzte Praxis sein.

Elektronik meets KI

Dennoch werden Elektroingenieure und Informatiker als Technologietreiber auch zukünftig in großer Zahl benötigt werden. Die potenziellen Zeiteinsparungen werden die enorme Diskrepanz zwischen Bedarf und verfügbaren Experten gerade in der Produktentwicklung wohl kaum auffangen können. Die Verbreitung von KI wird voraussichtlich die Rolle von Elektroingenieuren verändern, aber nicht unbedingt verringern.Allerdings kann KI auch bei der Interpretation von Ergebnissen eine große Unterstützung sein und somit Aufgaben übernehmen, für die früher jahrelange Erfahrung und eine gute Ausbildung erforderlich war. Zum Beispiel in der Prüftechnik, Qualitätssicherung oder Prozesssteuerung und -optimierung. Womöglich ergeben sich dadurch neue Chancen und Berufsbilder auch für Quereinsteiger? Gerade in der Produktion werden die Maschinen zunehmend viele Abläufe selbstständig durchführen können, sodass bestimmte Aufgaben auch durch weniger qualifizierte Arbeitskräfte übernommen werden können. Dies wäre ein großes gesellschaftliches Anliegen, um die Arbeitslosenquote bei den ungelernten Kräften deutlich zu reduzieren.

Lösung durch Innovation?

Deutschland hat traditionell eine sehr starke Elektronikindustrie. Die Branche ist geprägt von innovativen Unternehmen, qualifizierten Ingenieuren und einer hohen Qualität in der Produktion. Deutsche Elektronikunternehmen haben international eine sehr gute Reputation. Doch können wir diesen Status bei der enormen Zahl fehlender Ingenieure aufrecht halten oder werden wir jetzt im internationalen Vergleich „abgehängt“?

Innovation und Kreativität gegen den FachkraeftemangelNun, dazu muss man sich vor Augen halten, dass dieser Ingenieurmangel in der Elektronik keine Neuerscheinung ist, sondern seit mindestens 20 Jahren existiert. Dennoch haben unsere Unternehmen immer Möglichkeiten zur Innovation gefunden und genutzt. Gerade auch der große Schub in der Automatisierungstechnik war stark getriggert durch den allgegenwärtigen Personalmangel und hat seinen Siegeszug angetreten. Getreu des Mottos „Not macht erfinderisch“.

Weiterhin sollte man sich vor Augen halten, dass Innovation nicht allein an der Zahl der Patente festgemacht werden sollte. Zum einen wird nicht alles, was patentwürdig ist angemeldet und zum anderen geschieht Innovation auch auf anderen Ebenen.

Ideen werden künftig nicht mehr von einzelnen Spezialisten generiert, sondern kommen aus einem lebendigen Wissenskollektiv. Die Open-Source-Bewegung führt sehr deutlich vor, dass komplexe Wissensarbeit vor allem Offenheit und Freiräume braucht, um Innovationen hervorbringen zu können. Wir werden zunehmend über Unternehmensgrenzen hinweg zusammenarbeiten und gemeinsam Synergien schaffen.

Innovation kann weiterhin bedeuten neuartige Dienstleistungs- oder Servicemodelle anzubieten. Modulare Konzepte, die sich flexibel an die Kundenbedürfnisse anpassen lassen. Oder man verabschiedet sich vom Mangeldenken und konzentriert sich lieber auf die Stärken, die der eigene Personalstamm hat und gestaltet ein dazu passendes Nischenprodukt oder -angebot. Es gibt also vielfältige Möglichkeiten und allesamt sind besser als das kollektive Jammern und Wehklagen.

Lösung durch Imagewandel?

Selbstverständlich wäre es zusätzlich erstrebenswert, mehr junge Leute für ein Studium oder eine Ausbildung in der Elektronik zu gewinnen. Wie das gelingen kann, hat eine Studie des VDE in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) und dem Fakultätentag für Elektrotechnik und Informationstechnik hinterfragt. Die ersten beiden von insgesamt 4 Bänden kann man bereits kostenfrei hier downloaden. Betrachtet werden die Themen Image, Berufsfindung, Studienabbruch und mehr Frauen für die Elektrotechnik zu begeistern

Darauf aufbauend hat der VDE ein motivierendes Positionspapier verfasst, in dem Wege und Handlungsempfehlungen aufgezeigt werden, mit denen man dem Fachkräftemangel in der Elektro- und Informationstechnik begegnen kann.

Elektronik-Ingenieure werden gesuchtKlar ist wohl, dass es mehr Aufklärung bei der Berufsorientierung bedarf. Die Umsetzung der Bologna-Reform hat in Deutschland zu einem starken Anstieg der Studienmöglichkeiten geführt. Rund 22.000 Studiengänge stehen einem Abiturienten zur Auswahl, davon knapp 4.500 im Ingenieurwesen. Wer soll da noch zielführend vorankommen? Hier täte es dringend Not den jungen Leuten Orientierung und Sicherheit zu geben, dass man mit einem Ingenieurstudiengang nichts falsch machen kann, da man mit einem solchen Abschluss vielfältige Berufswege gemäß den eigenen Neigungen beschreiten kann. Dies gilt ganz besonders auch für die typisch weiblichen Themen. Eine bundesweite Kampagne könnte transparent machen, dass Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit, Ästhetik/Design, Netzwerken und Kommunikation in jedem Ingenieurzweig zu finden sind. Das Bild eines Ingenieurs sollte nicht auf „Daniel Düsentrieb“ reduziert werden.

Hoffen wir also, dass das Positionspapier Gehör beim BMBF findet und baldmöglich in einer konzentrierten, umfassenden und längerfristig angelegten Werbekampagne umgesetzt wird.

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10 Jahre Personalberatung am Standort München https://www.esgroup.de/blog/rueckblick-auf-10-jahre-personalberatung/ Sun, 11 Nov 2018 22:27:52 +0000 https://www.esgroup.de/?p=2783 Jubiläum Daniela Lucas Personalberatung MünchenAnlässlich des 10-jährigen Jubiläums als Partnerin und Personalberaterin der EXECUTIVE SERVICES GROUP lässt Daniela Lucas vom Standort München, die Zeit Revue passieren: „Ich übernahm den brach liegenden Standort in 2008 mit Beginn der Wirtschaftskrise mit meiner Kernkompetenz der Automotive-Branche, in der allerdings zu dieser Zeit gar nichts ging“, erinnert sie sich. „Ohne das Konjunkturpaket II, welches der Baubranche zu einem regelrechten Boom verhalf, hätte ich sicherlich schon bald wieder aufgeben müssen.“

Von 2008 – 2010 mussten viele Unternehmen ihr Personal deutlich reduzieren. Das betraf im technischen Umfeld auch top qualifizierte Ingenieure, die händeringend eine neue Position suchten. Sehr gute Rahmenbedingungen also für die wenigen Unternehmen, die in dieser Zeit Einstellungen vornahmen. Sie konnten es sich leisten, die Einstiegsgehälter zu drücken, Benefits und Boni zu streichen und sich in Ruhe zu überlegen, ob sie nicht vielleicht noch auf einen besseren Bewerber warten sollten.

„Einer meiner Kandidaten musste 10 Monate warten, bis das Unternehmen ihn endlich einstellte. Wie soll der Bewerber da Vertrauen fassen, dass das Unternehmen ihn wirklich braucht und will?“ So ein Verhalten ist nach Auffassung von Daniela Lucas völlig untragbar, ganz gleich wie der Arbeitsmarkt gerade ist.

Folgen für die Personalauswahl

Je nach Branche zog im Laufe des Jahres 2010 bzw. 2011 die Konjunktur wieder deutlich an und die „Erste-Sahne“-Kandidaten waren schnell wieder in Lohn und Brot. Um offene Positionen noch besetzen zu können, mussten jetzt die Unternehmen von ihren Perfektionsansprüchen abweichen und überlegen, auf welche 10-20% des Anforderungsprofils sie möglicherweise verzichten können:

  • Englisch verhandlungssicher oder reicht eine flüssige Verständigung?
  • Muss der Vertriebsingenieur vom direkten Wettbewerber kommen oder reichen Branchenkenntnisse?
  • Sind zwei kurze Beschäftigungsverhältnisse ein KO-Kriterium oder fragt man mal nach, warum?

Personalgewinnung als zukünftigen Risikofaktor?

Ein Umdenken setzte ein und war zudem dringend nötig, denn in 2014/15 verschärfte sich die Situation nochmal deutlich. Die Wirtschaft brummt seit dem, die Auftragsbücher platzen aus allen Nähten und in vielen Regionen herrscht Vollbeschäftigung. Die Personalgewinnung ist insbesondere auf der Fachkräfte- und Spezialistenebene nach Einschätzung der meisten Unternehmen der größte Risikofaktor für das weitere Unternehmenswachstum.

Gemäß VDI/IW-Ingenieurmonitor Q2/2018 liegt das Verhältnis von offenen Stellen zu arbeitslosen Ingenieuren im Bereich Fahrzeugtechnik, Maschinenbau und Elektronik in Süddeutschland inzwischen bei fast 9:1. Die Firmen müssen sich also inzwischen nicht mehr Gedanken darüber machen, nach welchen Kriterien sie Kandidaten ausselektieren, sondern wie sie erkennen, dass ein Interessent das Potential hat, die Anforderungen in absehbarer Zeit zu erfüllen.

Gute Zeiten also für Headhunter?

Ganz klar, der Bedarf an und die Anfragen bei Personalberatern sind insbesondere im „Technical Recruiting“ deutlich nach oben geschnellt. Wenn die Unternehmen eine Position eine Zeit lang nicht besetzen können, suchen sie sich externe Unterstützung, um ein zusätzliches Kandidatenpotential durch Direktansprache zu erschließen. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind etliche darunter, die diesen Weg erstmalig beschreiten.

Andererseits ist jedoch für Personalberater der Aufwand für die Besetzung einer Position ganz enorm angestiegen. Genügten noch vor einigen Jahren 50 – 100 Ansprachen, sind heute bei technischen Spezialisten oft mehrere 100 erforderlich. Um also vor diesem Hintergrund noch wirtschaftlich arbeiten zu können, ist auch der Personalberater gefragt, seine Effizienz zu steigern, seine Prozesse zu optimieren und auch die Möglichkeiten der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Eine  große Herausforderung für die Branche!

Müssen Unternehmen bei der Personalsuche umdenken!

Was nach wie vor viele unterschätzen ist, dass den Kandidaten auch etwas als Motivation für den Wechsel geboten werden muss. Das können z.B. eine bessere Vergütung sein, ein erweiterter Umfang an Aufgaben und Verantwortung, attraktive Rahmenbedingungen oder zum Beispiel klare Karriereperspektiven. Ein reines „Me2“ reicht in aller Regel nicht. Es geht darum, ein Paket zu schnüren, mit dem man den Bewerber letztendlich überzeugen und für sich gewinnen kann. Eine gute Unterstützung, damit sich ein Kandidat fehlende Kenntnisse zügig aneignen kann, ist dabei unabdingbar. Hier muss ein gutes Onboarding- und Weiterbildungskonzept aufgesetzt werden.

Und wie geht es weiter? Wie sieht Recruiting und Personalberatung in weiteren 10 Jahren aus?

Daniela Lucas schmunzelt: “Lassen wir uns überraschen. Jede Zeit hat ihre Qualität und ihre Herausforderungen.“ Es kann aber sicherlich nicht schaden, hochgradig flexibel zu bleiben. Solange wir uns noch nicht mit implantierten Chips auf jegliche Anforderung anpassen können, werden wir wohl mit den Menschen klar kommen müssen, die wir haben.

Aber eins ist sicher – langweilig wird es in nächster Zeit nicht!

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VDI-Veranstaltung an der TU München – TOP-Bewerbung für meinen nächsten TOP-Job https://www.esgroup.de/blog/vdi-veranstaltung-muenchen-bewerbung-top-job-2/ Tue, 24 Oct 2017 12:23:47 +0000 https://www.esgroup.de/?p=2000
Daniela Lucas – Partnerin der EXECUTIVE SERVICES GROUP in München – referierte zu diesem Thema am 26.09.2017 vor einem bis auf den letzten Platz gefüllten Plenum. Organisator der Veranstaltung war der VDI – Arbeitskreis „Frauen im Ingenieurberuf“, doch auch der ein oder andere Mann wollte sich die Tipps und Anregungen nicht entgehen lassen.

Wer ist am Markt gefragt?

Natürlich können wir alle tagtäglich lesen, dass die Wirtschaft einen erheblichen Mangel an Ingenieuren beklagt. So ermittelte der VDI-Monitor für Q3/2017 dreimal so viele offene Stellen wie arbeitslos gemeldete Ingenieure. Je nach Region oder Branche ist die Situation sogar noch deutlich verschärfter. Da scheint die Frage schon berechtigt, weshalb man sich noch Gedanken um eine TOP-Bewerbung machen sollte?

Gesucht: Die eierlegende Wollmichsau!

Doch wie die Referentin ausführte, stellt sich die Situation im Detail bzw. für den Einzelnen in Wahrheit erheblich anders da. So kann man beobachten, dass Unternehmen ihre Stellen lieber monatelang unbesetzt lassen, als einen Bewerbern der zweiten Wahl zu nehmen. Gesucht wird oft die „eierlegende Wollmilchsau“ mit einem perfekten Werdegang ohne Lücken und grössere Brüche. Aber – wer hat das schon? Und so kommt man schnell zur Ausgangsfrage zurück, wie man einem Unternehmen mit einer TOP-Bewerbung klar machen kann, dass man der TOP-Kandidat für die ausgeschriebene Position ist?

Die Vorarbeit zum Top-Job

Oje – und da gibt es tatsächlich eine ganze Menge zu beachten! Während viele der Anwesenden das Anschreiben als den wichtigsten Aspekt ansahen, lenkte Lucas das Augenmerk schon auf eine viel frühere Phase. Nämlich auf die ganze Vorbereitung einer Bewerbung. Wo und wie findet man überhaupt den Traumjob? Was kann ich zwischen den Zeilen einer Annonce herauslesen? Und kann ich durch Zusatzqualifikationen etc. meine Chancen deutlich verbessern? Da kam schnell eine lebhafte Diskussion in Gang.

Die Aufmachung der Bewerbung

Im nächsten Vortragsblock wurden dann die üblichen Bewerbungselemente wie z.B. Lebenslauf und Anschreiben analysiert. Untermalt mit einigen Beispielen aus der Praxis wurde schnell deutlich was gut ist und was nicht bzw. was Man(n) oder Frau reinschreiben sollte und was vielleicht lieber nicht erwähnt werden sollte. Vieles das allgemein üblich ist, ist leider nicht immer sonderlich zielführend, sondern langweilt oft auch viele Bewerbungsempfänger. Und so machten sich etliche der Anwesenden eifrig Notizen.

Weiterführende Fragen

Die Zeit verging wie im Fluge und schlussendlich kamen die Tipps zum Vorstellungsgespräch und Onboarding leider zu kurz. Doch die Mehrheit war sich einige, dass das in einer Folgeveranstaltung nochmal aufgriffen werden kann. Für den Abend ließen sich diesbezügliche Fragen beim lockeren Ausklang in einer nahe gelegenen Gaststätte klären. Und so war die Veranstaltung und das anschließende Zusammensitzen für alle kurzweilig und ein voller Erfolg!

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